
Employer Branding
Employer Branding in der Markenführung: Wie passt die Arbeitgebermarke zur Unternehmensmarke?
Die Arbeitgebermarke ist keine zweite, eigenständige Marke neben der Unternehmensmarke.
Arbeitgebermarke als Teil der Unternehmensmarke verstehen
Die Arbeitgebermarke ist keine zweite, eigenständige Marke neben der Unternehmensmarke. Die DEBA-Definition von employerbranding.org beschreibt Employer Branding als identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber. Ziel ist die Entwicklung einer Arbeitgebermarke – keine „andere“ Marke, sondern eine spezielle Erscheinungsform von Unternehmensmarke und Corporate Identity. Kern bleibt eine Arbeitgebermarkenstrategie, die auf der Corporate Brand aufbaut.
Der WIFI-Blog formuliert operativ: Die Arbeitgebermarke ist der Unternehmensmarke untergeordnet. Sie gibt kein neues Markenversprechen ab, sondern konkretisiert jene Elemente der Unternehmensmarke, die für den Arbeitsmarkt relevant sind.
Employer Brand und Employer Branding sind nicht dasselbe. petrichor beschreibt die Employer Brand als Image und Ruf eines Unternehmens als Arbeitgeber – also das Bild, das potenzielle und bestehende Mitarbeiter:innen haben. Employer Branding ist der Prozess, mit dem ein Unternehmen dieses Bild aktiv gestaltet, verbessert und kommuniziert; eingesetzt werden Personalmarketing, Mitarbeiterbindung sowie interne und externe Kommunikation.
Dass die Arbeitgebermarke keine Kopie der Unternehmensmarke ist, zeigt der WIFI-Blog am Beispiel McDonald’s: Die Unternehmensmarke insgesamt bedeutet etwas anderes als ihr Ansehen bei potenziellen Arbeitnehmer:innen.
Diese Abhängigkeit ist keine Formalie. petrichor hält fest, dass eine Employer Brand immer auf einer klaren Unternehmensmarke basiert, die die Identität des Unternehmens formuliert. Unternehmen, die früh mit dem Aufbau einer Arbeitgebermarke begonnen, sie im Unternehmen gelebt und authentisch kommuniziert haben, binden laut petrichor bestehende Mitarbeiterinnen leichter und gewinnen neue. Der Zusammenhang zwischen beiden Marken ist Ausgangspunkt jeder Arbeitgebermarkenstrategie – kein nachgelagertes Detail der Umsetzung.
Unternehmensmarke vs. Arbeitgebermarke: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
- Zielgruppe
- Kunden, Partner, Markt (extern) / Mitarbeiter:innen (intern)
- Fokus
- Produkt-/Dienstleistungsangebot, Markenimage
- Aussage
- „Was wir anbieten“
- Bezug zur Unternehmensmarke
- Arbeitgebermarke ist eine spezielle Erscheinungsform der Unternehmensmarke, keine eigenständige Marke
- Konkretisierung
- Verdichtung der Unternehmenswerte auf die Arbeitsbedingungen: Vergütung, Benefits, Karriere, Kultur
Was die Unternehmensmarke für den Arbeitsmarkt konkretisiert
Konkretisiert werden zuerst die Inhalte des Arbeitsverhältnisses. Nach petrichor gibt die Arbeitgebermarke ein Versprechen an Mitarbeiter ab, formuliert Prinzipien für die Zusammenarbeit und beinhaltet Vergütungen, Benefits, Karrieremöglichkeiten und mehr. Sie ist Grundlage und sichtbarer Ausdruck der Unternehmenskultur.
Was die Unternehmensmarke als Haltung, Werte und Persönlichkeit formuliert, muss auf der Arbeitgeberseite in überprüfbare Zusagen übersetzt werden: Wie wird zusammengearbeitet, wie wird entlohnt, welche Entwicklungspfade gibt es, welche Leistungen kommen zusätzlich zur Vergütung.
Wie stark weiche und harte Faktoren zusammenwirken, zeigen zwei Befunde aus der softgarden-Zusammenstellung. Laut Employer Brand Research 2025 (n = 3.961 Befragte in Deutschland) sind nur 55 % der Beschäftigten mit ihrem aktuellen Gehalt zufrieden, obwohl Vergütung das mit Abstand wichtigste Auswahlkriterium ist.
Zugleich gaben laut pilot Agenturgruppe / AuGaLa Employer Branding Studie 2025 69 % der 16- bis 29-Jährigen an, dass es ihnen wichtig ist, dass ihr Arbeitgeber ihre Werte teilt. Das wertebasierte Versprechen der Unternehmensmarke bleibt nur wirksam, wenn die materiellen und organisatorischen Bedingungen dazu passen.
Die ad-am.at-Empfehlung zur Strategieentwicklung nennt Werte, Kultur und Persönlichkeit als zentrale Faktoren für das Employer Branding. Sie verlangt, dass diese neuen Charakteristika im Unternehmensalltag vorgelebt werden.
Der WIFI-Blog ergänzt die institutionelle Seite: Unternehmen verankern ihre Ziele in einem Leitbild. Dieses wird der Öffentlichkeit, den Mitarbeitenden, den Kunden, der Konkurrenz und vor allem den Nachwuchskräften auf dem Arbeitsmarkt vermittelt. Die Arbeitgebermarke ist wichtiger Bestandteil des Wertversprechens gegenüber den Mitarbeiter:innen.
Wichtigste Auswahlkriterien für Arbeitnehmer:innen in Österreich
- Gehalt – wichtigstes Kriterium
- 55 % der Beschäftigten sind mit ihrem Gehalt zufrieden
- Karrieremöglichkeiten
- Zentrales Element der Arbeitgebermarke nach petrichor
Ein Bild nach innen und außen: Warum Konsistenz zählt
Employer Branding ist nach der DEBA-Definition intern wie extern wirksam; je nach Zielgruppe wird zwischen internem und externem Employer Branding unterschieden.
softgarden beschreibt Employer Branding als alle Aktivitäten, die das Arbeitgeberbild nach innen und außen gestalten. Ziel ist, der relevanten Zielgruppe ein positives und konsistentes Bild des Unternehmens zu vermitteln. Intern und extern sind damit keine getrennten Projekte, sondern zwei Adressaten derselben Aussage.
Der Nutzen eines einheitlichen Bildes ist konkret beschreibbar. Nach dem WIFI-Blog vermittelt eine starke Arbeitgebermarke Mitarbeitern und Kunden ein einheitliches Image und positioniert das Unternehmen vorteilhaft auf dem Arbeitsmarkt.
Great Place to Work Österreich bringt die Richtung der Kommunikation auf die Formel „Außen kommunizieren, was ihr innen lebt“. Jobsuchende und Bewerber:innen achten bei der Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber zunehmend auf Unternehmenskultur und Image des Unternehmens.
Widersprüche kosten Glaubwürdigkeit. Great Place to Work beschreibt das Muster: eine im Management entwickelte, von einer Agentur gestaltete Employer-Branding-Kampagne, nach der Bewerbungen ausbleiben und die wenigen Bewerbenden selten zu den Anforderungen und Vorstellungen passen.
petrichor hält entgegen, dass jene Unternehmen besser dastehen, die ihre Arbeitgebermarke im Unternehmen leben und authentisch und glaubhaft kommunizieren. Konsistenz ist deshalb keine Stilfrage, sondern die Bedingung dafür, dass die Außenwirkung trägt.
Vorteile und Risiken einer konsistenten Arbeitgebermarke
- Vorteile
- Stärkere Mitarbeiterbindung, bessere Attraktivität am Arbeitsmarkt, einheitliches Image für Kunden und Mitarbeitende
- Risiken bei Inkonsistenz
- Glaubwürdigkeitsverlust, fehlende Bewerbungen, unpassende Kandidat:innen, mangelnde Identifikation mit dem Unternehmen
Von der Ist-Analyse zur Arbeitgebermarkenstrategie
Am Anfang steht nach ad-am.at eine Analyse der Ist-Situation mit begleitender Definition von Zielen. Ermittelt wird, was die Unternehmensmarke aktuell ausmacht und wohin die Entwicklung gehen soll.
Die zu klärenden Fragen sind konkret: Welche Werte und Qualitäten machen den Arbeitgeber aus bzw. einzigartig? Warum sollten Mitarbeiter:innen im Unternehmen verbleiben bzw. dort anheuern? Wie bekannt ist das Unternehmen bei den potenziellen Arbeitnehmer:innen?
Welche Maßnahmen wurden bislang gesetzt und wie effektiv oder ineffektiv waren sie? Welche Qualifikationen und Erfahrungswerte sollen neue Kandidat:innen mitbringen? Daraus ergeben sich laut ad-am.at die Dos und Don’ts für die Entwicklung und Implementierung der Maßnahmen.
Vor den Einzelmaßnahmen steht die Arbeit an der Unternehmensmarke selbst. ad-am.at nennt Werte, Kultur und Persönlichkeit als die zentralen Faktoren für das Employer Branding und empfiehlt, Marketingexperten in die Ausarbeitung einzubinden. Die DEBA-Definition setzt denselben Schwerpunkt: Kern des Employer Brandings ist immer eine Arbeitgebermarkenstrategie, die auf der Corporate Brand aufbaut.
Für die Rollenverteilung liefert softgarden eine klare Zuweisung: HR trägt die Verantwortung für Personalgewinnung und -bindung, entwickelt und implementiert die Employer-Branding-Strategie und arbeitet eng mit anderen Abteilungen zusammen; genannt werden daneben Marketing und Kommunikation.
Zugleich betont softgarden, dass Gestaltung und Steuerung der Arbeitgebermarke keine einmaligen Maßnahmen sind, sondern dauerhaft und strategisch betrieben werden müssen. Führungskräfte leben die definierten Werte im Arbeitsalltag vor – die ad-am.at-Analyse verlangt ausdrücklich, dass die erarbeiteten Charakteristika im Unternehmensalltag gelebt werden.
Schritte zur Entwicklung einer Arbeitgebermarkenstrategie
- Ist-AnalyseErmittlung der aktuellen Unternehmensmarke, Zielgruppen, Bekanntheit und bestehender Maßnahmen
- ZielformulierungDefinieren von Werten, Kultur, Persönlichkeit und Leistungsversprechen für den Arbeitsmarkt
- StrategieentwicklungIntegration von HR, Marketing und Kommunikation; Verzahnung mit Recruiting und Mitarbeiterbindung
- UmsetzungAuthentische Kommunikation über Social Media, Jobportale und interne Kanäle
- Messung und NachschärfungMonitoring von KPIs wie Bewerbungszahlen, Fluktuation, Zufriedenheit und Übereinstimmung der Kandidat:innen
Authentizität heißt: außen kommunizieren, was innen gelebt wird
Die Arbeitgebermarke ist nach petrichor Grundlage und sichtbarer Ausdruck der Unternehmenskultur. Die Kultur ist damit nicht Beiwerk der Kommunikation, sondern ihr Gegenstand.
softgarden nennt Unternehmen im Vorteil, die mit einer authentischen Unternehmenskultur und klaren Werten punkten. Als Kern des Employer Brandings beschreibt softgarden, Kultur, Werte und Arbeitsbedingungen des Unternehmens authentisch nach innen und außen zu kommunizieren.
Die Masterarbeit an der FH Technikum Wien zu Social-Media-Employer-Branding österreichischer Unternehmen zeigt anhand der Fallbeispiele Sepp Schellhorn und ÖBB: Erfolgreiches Social-Media-Employer-Branding setzt auf Authentizität, Personalisierung und emotionales Storytelling.
Durch Mitarbeiter:innen als Markenbotschafter:innen, kreative Gestaltung multimedialer Inhalte und den direkten Austausch mit der Community gelingt es Arbeitgeber:innen, Nähe und Vertrauen zu potenziellen Kandidat:innen aufzubauen.
Social Media ist dabei kein Selbstzweck. Entscheidend sind die Auswahl der richtigen Plattformen und Formate für die Zielgruppe, die crossmediale Verknüpfung mit der Arbeitgebermarke sowie die kontinuierliche Erfolgsmessung anhand aussagekräftiger KPIs.
Die Auswahl der Kanäle folgt der Zielgruppe. Die Technikum-Arbeit nennt Instagram, TikTok und LinkedIn als Plattformen, über die Unternehmen reichweitenstark, dialogorientiert und zielgruppengerecht mit potenziellen Bewerber:innen in Kontakt treten. Sie empfiehlt eine zielgruppenspezifische Ansprache unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.
Die Magisterarbeit an der Universität Wien zu Social Media im Employer Branding beruht auf qualitativen Leitfadeninterviews mit insgesamt sieben Employer-Branding-Expert:innen. Sie kommt zum Schluss, dass es unter österreichischen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern bereits Beispiele für einen funktionierenden Einsatz gibt, aber auch noch einiges an Potenzial offen ist. In der Arbeitgeberkommunikation hatten Social Media nicht immer denselben Stellenwert wie in Marketingstrategien.
Top 3 Plattformen für Social-Media-Employer-Branding in Österreich
- LinkedInFür Fachkräfte, Recruiting und professionelle Netzwerke; hohe Relevanz für berufliche Zielgruppen
- InstagramFür visuelle Storytelling, junge Zielgruppen und Authentizität; besonders effektiv für Personalisierung
- TikTokFür jüngere Bewerber:innen, emotionales Storytelling und virale Inhalte; zunehmend relevant für Jugendliche und junge Erwachsene
Verzahnung mit Recruiting und Mitarbeiterbindung
Employer Branding wirkt nach softgarden in drei Richtungen: potenzielle Bewerbende auf das Unternehmen aufmerksam machen, die Candidate Experience im Recruitingprozess verbessern und bestehende Mitarbeitende langfristig binden.
Die Technikum-Arbeit macht die Koppelung zur Bedingung für Wirkung: Nur wenn die Social-Media-Aktivitäten mit der gelebten Unternehmenskultur und den Recruiting-Prozessen verzahnt sind, entfalten sie ihr volles Potenzial. Zu den abgeleiteten Empfehlungen zählt ausdrücklich die Integration von Social Media in die Personalgewinnung und -entwicklung.
Bleibt diese Verzahnung aus, zeigt sich das nicht nur an fehlenden Bewerbungen, sondern an mangelnder Passung. Great Place to Work beschreibt die Situation, dass Bewerbende ausbleiben und sich jene, die sich melden, selten mit den Anforderungen und Vorstellungen des Unternehmens decken.
Die Technikum-Arbeit empfiehlt daher eine zielgruppenspezifische Ansprache und eine kanalübergreifende Content-Strategie, damit die angesprochenen Personen zur tatsächlichen Arbeitssituation passen.
Für die Kanalwahl im Recruiting liefert ad-am.at eine Zuständigkeitsbeobachtung: Auf XING und LinkedIn sind Recruiter tatsächlich wesentlich aktiver als Interessierte, die sich in der Regel eher in sozialen Medien aufhalten.
Gekonnt vermarktete und verwaltete Präsenzen auf relevanten Portalen – vor allem Facebook, Instagram und Twitter – seien das A und O. Im Idealfall werde mit Bildern und Videos gearbeitet, gegebenenfalls über einen eigenen YouTube-Kanal; Video-Content sorgt laut ad-am.at für bessere Klickraten, Conversion-Rates und stärkere Leads.
Auf der Bindungsseite wirkt nach dem WIFI-Blog eine starke Arbeitgebermarke dadurch, dass sich Arbeitnehmer:innen mit dem Unternehmen und seinen Zielen identifizieren. Dadurch bleiben sie dem Unternehmen länger treu und erleben eine größere Zufriedenheit bei der Ausführung ihrer Aufgaben.
Verzahnung von Employer Branding mit Recruiting und Mitarbeiterbindung
- Sichtbarkeit schaffenAttraktive Content-Strategie auf Social Media und Jobportalen (z. B. XING, LinkedIn)
- Candidate Experience optimierenKlarer Prozess, schnelle Rückmeldung, transparente Kommunikation während des Recruiting
- Langfristige Bindung fördernIdentifikation mit Unternehmenszielen, Entwicklungsmöglichkeiten, Anerkennung
- Feedback und AnpassungRegelmäßige Erfolgsmessung anhand KPIs wie Fluktuation, Verweildauer, Bewerberqualität
Erfolg messen und nachschärfen
Die Technikum-Arbeit nennt die kontinuierliche Erfolgsmessung anhand aussagekräftiger KPIs als einen der Erfolgsfaktoren. Sie verlangt eine crossmediale Verknüpfung der Aktivitäten mit der Arbeitgebermarke.
ad-am.at ordnet Monitoring und Nachbesserung als eigenen Arbeitsschritt ein: Nicht jede Strategie zündet sofort, weshalb Nachbesserung vorgesehen werden sollte.
softgarden betont, dass Gestaltung und Steuerung der Arbeitgebermarke dauerhaft und strategisch betrieben werden müssen und keine einmaligen Maßnahmen sind.
Für die Auswahl der Kennzahlen bieten sich Größen an, die den Weg von der Bekanntheit bis zur Bindung abbilden. Dazu zählen Bekanntheit des Unternehmens bei den in der Ist-Analyse definierten Zielgruppen sowie Anzahl und Qualität der Bewerbungen.
Weitere Kennzahlen sind die Übereinstimmung der Bewerbenden mit den gesuchten Qualifikationen, Abbruchstellen im Bewerbungsprozess sowie Fluktuation und Verweildauer der Mitarbeitenden.
Ergänzend lässt sich prüfen, ob die nach außen kommunizierten Aussagen mit dem übereinstimmen, was intern gelebt wird. Das ist genau jener Abgleich, den Great Place to Work mit „außen kommunizieren, was ihr innen lebt“ beschreibt.
Die Ergebnisse gehören zurück in die Strategie. ad-am.at leitet aus der Ist-Analyse Einblicke in die Dos und Don’ts für Entwicklung und Implementierung ab. Das Monitoring liefert damit die Grundlage, um Maßnahmen anzupassen, statt sie unverändert weiterzuführen.
Risiken einer entkoppelten Arbeitgebermarke
Die Technikum-Arbeit sensibilisiert ausdrücklich für drei Risiken des Social-Media-Employer-Brandings: Kontrollverlust, Datenschutzfragen und Glaubwürdigkeitsdefizite. Darüber hinaus thematisiert sie kritisch die gesellschaftlichen Folgen einer zunehmenden „Vermarktlichung“ von Arbeit.
Der Kontrollverlust entsteht dort, wo Mitarbeiter:innen als Markenbotschafter:innen auftreten und Inhalte in Kanälen entstehen, die das Unternehmen nicht im Detail steuert.
Glaubwürdigkeitsdefizite zählt die Technikum-Arbeit zu den Risiken des Social-Media-Employer-Brandings. Dazu passt die von Great Place to Work beschriebene Ausgangslage einer professionell gestalteten Kampagne, nach der Bewerbungen ausbleiben und die Passung nicht stimmt. Die Ursache liegt nicht in der Gestaltung, sondern im Verhältnis zwischen Anspruch und gelebter Praxis.
Bei Datenschutzfragen müssen Auftritte von Mitarbeiter:innen sowie die Nutzung von Nutzer- und Bewerberdaten abgestimmt und datenschutzrechtlich geklärt sein, bevor sie veröffentlicht werden. Die Technikum-Arbeit zählt diese Fragen zu den Risiken, die einer bewusst gestalteten Praxis bedürfen.
Die schwerste Fehlentwicklung ist die Ablösung der Arbeitgebermarke von der Unternehmensmarke. Laut DEBA ist sie keine „andere“ Marke, sondern eine spezielle Form der Unternehmensmarke, die zur Corporate Identity gehört.
Wird sie dennoch als getrennte Marke aufgebaut, entstehen widersprüchliche Botschaften an zwei Zielgruppen. Der WIFI-Blog sieht den Nutzen gerade darin, dass eine starke Arbeitgebermarke Mitarbeitern und Kunden ein einheitliches Image vermittelt.
petrichor verweist zudem auf den Zeithorizont: Eine Arbeitgebermarke, die auf einer klaren Unternehmensmarke aufbaut und glaubhaft kommuniziert wird, verschafft Vorteile bei Bindung und Gewinnung. Dieser Aufbau ist nicht kurzfristig ersetzbar.
Fazit: Eine Marke, zwei Zielgruppen
Die Arbeitgebermarke erwächst aus der Unternehmensmarke. Nach DEBA ist sie eine spezielle Ausprägung von Unternehmensmarke und Corporate Identity, keine getrennte Marke. Nach dem WIFI-Blog gibt sie kein neues Markenversprechen ab, sondern konkretisiert die für den Arbeitsmarkt relevanten Elemente.
Ihre Inhalte – Prinzipien der Zusammenarbeit, Vergütung, Benefits, Karrieremöglichkeiten – sind laut petrichor zugleich Basis und Ausdruck der Unternehmenskultur. Sie baut immer auf einer Unternehmensmarke auf, die die Identität des Unternehmens formuliert.
Wirksam wird sie nur als integrierter Teil der Markenführung. Dazu gehören intern und extern konsistente Aussagen, definierte Rollen für HR sowie Marketing und Kommunikation, eine dauerhaft betriebene Strategie statt einer Kampagne und kontinuierliche Erfolgsmessung anhand aussagekräftiger KPIs.
Der Lohn ist nach der DEBA-Definition messbar: Eine gelebte Employer Brand vereinfacht die Mitarbeitergewinnung, stärkt die Mitarbeiterbindung, verbessert Unternehmenskultur und Image. Erfolgreiche Employer Brands erzielen bessere Geschäftsergebnisse.

